#153 Major Max
Dieses “alle Religionen sind der gleiche Mist” ist ein komplett Schwachsinniges Argument!
Das ist überhaupt kein Argument, sondern bloß ein Werturteil. Berechtigt ist es nur teilweise. Wenn man den Islam mit dem (derzeitigen) Christentum vergleicht, dann müßte man schon blind sein um zu behaupten, daß beide gleich gefährlich sind. Die gleichen eher zwei Giftschlangen, bei denen der einen, die von vornherein schon weniger giftig war, überdies im Laufe der Zeit nicht nur die Giftzähne sondern auch fast alle anderen Zähne gezogen wurden. Wer eine solche (christliche) Schlange neben sich erblickt, kann ruhig schlafen.
In anderer Hinsicht aber sind sie durchaus vergleichbar. Es handelt sich nämlich in beiden Fällen um Systeme von Glaubensinhalten, die so offensichtlich falsch (und darüber hinaus in vielem logisch widersprüchlich) sind, daß sie keinerlei Glauben verdienen. Wer solchen Unsinn glaubt, soll das zwar in einem demokratischen Staat tun dürfen – aber allen anderen Menschen müssen dann auch das Recht haben, ihn dafür auszulachen.
Ich habe bisher auch kaum Menschen getroffen die wirkliche Atheisten sind
Ich habe gerade die gegenteilige Erfahrung gemacht. Wenn immer ich einen (nach eigenem Bekunden gläubigen) Christen nach den theologischen Details seines Gottesbildes befragt habe, kam bloß der Glaube an nichts sagende metaphysische Floskeln zum Vorschein, die mit dem, was die christliche Theologie und Philosophie “Gott” nennt, nicht zur Deckung gebracht werden konnten. Streng genommen sind diese Menschen eigentlich Atheisten, aber sie wissen es selbst nicht.
glaubt an irgendeine Art Gott
Der Gottesbegriff ist zwar logisch unhaltbar, aber dennoch theologisch sehr genau festgelegt, so daß sich klar sagen läßt, ob jemand an diesen Gott glaubt oder nicht. “Irgendeine Art Gott” ist nur sprachliche Schluderei.
Natürlich kann man auch als Atheist “ethisch” handeln, nur warum sollte man?
Aus dem gleichen Grund, warum man es als Christ tut – weil man ein Mensch mit einem persönlichen, moralischen Regelwerk ist. Moral muß immer autonom sein, sonst ist sie keine. Ein Christ beispielsweise, der gar kein Mitleid empfindet, und einem armen Mitmenschen nur deshalb hilft, weil ihm das von seiner Religion befohlen wurde, handelt nicht moralisch. Ebenso wenig der, der es nur tut, um später in den Himmel zu kommen.
Defacto ergeben sich keine Vorteile aus
rücksichtsvollem oder verantwortungsvollem Handeln.
Doch, sie sie erfüllen die eigenen moralischen Bedürfnisse, die vielfach biologische Wurzeln haben. Sieh dir beispielsweise eine junge Mutter an, die sich aufopfernd um ihr Baby kümmert. Die braucht dafür keine Religion. Die beiden in dieser Hinsicht vorbildlichsten Frauen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, sind beide überzeugte Atheistinnen.
Die Wissenschaft kann wundervollen Beschreibungen der Funktionsweisen, der Regeln der Natur liefern - nur sie kann die Frage nach dem WARUM nicht beantworten!
Zum Teil kann sie es, und wo sie es nicht kann, dort unterläßt sie es. Die Religionen geben zwar Antworten, aber die sind wertlos, denn es gibt ja keinen vernünftigen Grund, warum sie wahr sein sollten. Man hätte sie genauso gut würfeln können.
Die Religionsgründer, die sich die verschiedenen “Glaubenswahrheiten” haben einfallen lassen, wußten ja noch viel weniger als heute die Wissenschaft. Dennoch Behauptungen über Dinge aufzustellen, die sie gar nicht wissen konnten, und dann gar noch zu behaupten, das sei die einzige, absolute Wahrheit, ist nichts weiter als eine überhebliche Frechheit.
Wenn es jemanden interessiert kann ich hier Seitenweise Zitate von Nobelpreisträgern posten die zeigen daß Glaube und Wissenschaft sich nicht ausschließen!
Die kenne ich auch. Sie zeigen nichts weiter, als daß fallweise auch bedeutente Wissenschaftler unfähig waren, die irrationalen Elemente ihrer religiösen Sozialisierung zu entsorgen. Ich kenne sogar persönlich einen promovierten Astronomen, der es geschafft hat, sich den Glauben daran zu bewahren, daß die Welt buchstäblich in 7 Tagen erschaffen worden ist. Das hat nur mit einer einzigen Wissenschaft etwas zu tun – mit der Psychiatrie.
Der blinde “Glaube” an Wissenschaftliche Erkenntnisse ist mit Vorsicht zu genießen.
Der ist überhaupt nicht zu genießen, sondern abzulehnen. Jede Aussage darf in der Wissenschaft nur in dem Ausmaß geglaubt werden, wie sie durch objektive Argumente gestützt wird. Die allermeisten Wissenschaftler halten sich daran auch, zumindest in ihrem eigenen Fachgebiet, wo sie den Wert dieser Argumente beurteilen können.
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