Meldung von der Front!

Es ist meiner Erfahrung zufolge nichts Besonderes, auf einen Termin oder eine Nachricht oder einen simplen Brief von der Bundeswehr einen Monat oder auch mal sechs Wochen zu warten. Den letzten Kontakt zu den Berufsmördern hatte ich Ende November als ich in Koblenz war.

Ich dachte mir schon, dass die Burschen da Weihnachten feiern und die meisten Urlaub haben. Darum hatte ich mich mit dem Gedanken abgefunden, erst im neuen Jahr was von denen zu hören. Mein Plan sah vor, den Brüdern bis Ende Januar Zeit zu geben. Wenn ich nach links sehe, sehe ich meinen Kalender. Und wenn ich meinen Kalender sehe, fällt mir zuerst auf, dass er nur noch diesen Monat geht und dann leer ist. Das bedeutet ich brauche einen Neuen. Dann fällt mir als Nächstes auf, dass mein Ultimatum erreicht ist.

Also griff ich heut Morgen, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit machte, zum Telefon und rief da mal an. Die Frage war allerdings »Wo genau ist jetzt eigentlich da?«. Bei einem Arbeitgeber, der über die ganze Bundesrepublik verteilt ist, ist da potenziell schwer auszumachen. Ich hab aber dann doch einfach mal die Nummer eines der Offiziere gewählt die mir in Wilhelmshaven am sympathischsten erschienen. Bingo! Der KaLeu den ich da erwischt habe, war genau mein Mann. Ich erinnerte mich wieder, warum ich ihn so gut in Erinnerung hatte. Eine Fresse am Leib wie ein Landarbeiter, dabei stilvoll und witzig. Toll, wenn da alle so sind (träum weiter, kleiner Kudos).

Der Mann hatte einen Plan. Und noch besser: Er erinnerte sich an mich. Das wird er jedem sagen. Egal! Er machte mir weder Hoffnung, noch zerstörte er meinen Traum. Meine ärztliche Akte ist also endlich geschlossen (ich ließ ein ersticktes »STRIKE!« los). Ich liege bei dem KaLeu auf dem Schreibtisch (in Form einer Akte) und das einzige was jetzt noch fehlt sind Stellen. Es ist einfach noch kein Platz frei. Aber das sitze ich locker aus. Ich hab ja einen Job, ergo einen langen Atem. Mitte Februar weiß ich mehr.

Yay! Soldat!!

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