Der Kommentar von Herre ist eine Erholung, der Kosiek-Auszug als Totalerklärung aller Übel des Kulturumbruchs von der Zivilisation zu Islam durch die Frankfurter Schule dagegen reichlich zurechtgebogen. Seit wann ist der Liberale Dahrendorf etwa, der schon in der offenen Konfrontation und TV-Kontroverse mit Dutschke&co nicht mit von dieser Partie war, von diesem linken Karussell?
Es drehte und überdrehte sich in Deutschland besonders schnell, aber was hat die Frankfurter Schule, deren Protagonisten in den USA übrigens nicht so besonders Eindruck machten auf die dortigen Wissenschaftler, mit der Studentenrevolte in Frankreich zu tun, mit den Roten Brigaden in Italien, mit den bis heute ultra-multikulturellen Linken in Holland, in England? Mit Schweden?
Die Wiederbelebung des Marxismus und der aufstieg der Linken in europa ist kein reines Produkt der Frankfurter Schule, wie man hier meinen könnte, Adorno war auch um etliches skeptischer gegenüber den “Linksfaschisten” (Habermas), die “eine Terminologie (hatten), aber sie dachten nicht” (Jean Améry.)
Vielleicht ist man in England weniger anfällig für dogmatische Ideologie, dafür gibt’s mehr laisser faire, das sich dann wieder verheerend auswirkt, aber die deutsche Gründlichkeit und die untertänige - in diesem Fall linke Dogmengläubigkeit - ist nicht nur das Werk der Lehrer dieser Schule, die in den USA gar nicht so gewirkt hätten auf ihre Schüler… (Auch nicht auf die Kollegen)
Ich finde es auch fatal, dass Adorno, aus dem bürgerlichen Hause, der bis zuletzt kurz vor seine Auswanderung, zu der man ihn quasi überreden musste, nicht richtig wahrhaben wollte von der Wirklichkeit, was der Fall war, und nach der Rückkehr dann in seiner Schule alles faschistoid war von den Geranien auf dem Balkon (Feindbild Spiesser des WDR!) bis zur Höflichkeit. Womit die deutsche Ideologiegründlichkeit einen Theorie umsetzte, deren “Praxis” Adorno erschrak.
Vielleicht hat diese “Kulturrevolution” (Berkeley liegt auch nicht nicht Frankfurt) noch etwas mehr mit dem vorangegangenen Kulturbruch zu tun, der, das sieht Kosiek wohl richtig, sich nicht so schnell in die lupenreine Demokratie überführen liess.
Allein die anti-amerikanischen und antiisraelischen 68er setzten setzten ja so einiges fort, was die Nazis schon vorgeführt hatten - wie die Kooperation mit den Muslimbrüdern. Und die “Akzeptanz Israels” (was heisst das? wer hat das was zu akzeptieren?) ist bis heute nicht so recht verankert in Dtld. Aber das liegt wohl weniger an der “Dialektik der Aufklärung”, vielleicht hat es was mit unserem “Wesen” zu tun, um ein beliebtes Unwort zu gebrauchen.
In den USA beflügelte der Vietnam-Krieg die jugendlichen rebellischen Geister, deren Lieder auch die deutschen hörten, und die waren - wie auch die Beatles… nicht gerade aus der Frankfurter Schule. Auch die Aussteiger der Hippy-Generation, die null Bock auf die Familie hatten, lasen weder Adorno noch Bloch. Noch Ralf Giordano…
Dass die “skeptische Generation” (Schelsky) dann so anfällig war für eine Glaubensschule, nachdem die letzte gerade bankrott war, hat auch etwas Tragisches. So ärgerlich es ist. Broder traf ins Schwarze mit seinem Artikel in der Zeit anfangs der 80er. “Ihr bleibt die Kinder eurer Eltern”. Aber “Hitler’s Children” (wie die Engländerin Jil Becker die RAF-Szene nannte, leider vergriffen) waren nicht unbedingt die Kinder der jüdischen Emigranten..
Tags:
100,
ab,
Aber,
allein,
Als,
Auch,
aus,
brauchen,
das,
dass,
dem,
den,
der,
des,
Deutsch,
die,
ein,
eine,
einer,
erste,
es,
etwas,
Gebrauch,
in,
Islam,
islamische,
ist,
liegt,
mehr,
mit,
Nach,
nicht,
Schule,
setzt,
sich,
sie,
sieht,
So,
Um,
und,
Vielleicht,
von,
wie,
wo,
zu
Related posts